DIE SHOWS ERKLÄRT
Tanoura- und Bauchtanz: Die Shows auf einer Nilkreuzfahrt
Ein respektvoller Blick auf die beiden Shows einer Nil-Dinner-Kreuzfahrt in Kairo – die Wurzeln der Tanoura im Sufi-Wirbeltanz und der Bauchtanz als Raqs Sharqi, eine ägyptische Kunstform.
Sehen Sie sich Kairos Nil-Dinner-Kreuzfahrten auf GetYourGuide an ↗Zwei unterschiedliche Traditionen an einem Abend
Das Unterhaltungsprogramm einer Nil-Dinner-Kreuzfahrt vereint zwei Darbietungen aus wahrhaft unterschiedlichen Traditionen, auch wenn sie am selben Abend direkt hintereinander für die Gäste inszeniert werden. Der Bauchtanz ist eine Form des Solotanzes mit tiefen Wurzeln im gesamten Nahen Osten, die im Laufe des zwanzigsten Jahrhunderts zur ägyptischen Bühnenkunst verfeinert wurde. Der Tanoura hingegen ist eine folkloristische Aufführung, die aus einer religiösen Praxis mit ganz anderem Ursprung hervorgegangen ist. Wissenswert im Voraus: Es handelt sich nicht um dasselbe in verschiedenen Kostümen, und jede Darbietung wird am besten für sich geschätzt – nicht als ein einziges durchgehendes Spektakel.
Die Wurzeln des Tanoura liegen im Sufi-Wirbeltanz.
Der Tanoura geht auf den wirbelnden Tanz des Sufismus zurück, jener mystischen Tradition im Islam, in der das Drehen als meditative oder andächtige Praxis dient und international vor allem durch den von den Anhängern des Dichters Rumi gegründeten Mevlevi-Orden bekannt wurde. Ägypten entwickelte über Generationen eine eigene folkloristische Variante, getanzt von Männern in schweren, mehrschichtigen, leuchtend bunten Röcken – heute eher als inszenierte Unterhaltung denn als religiöser Ritus aufgeführt. Auf Kreuzfahrten wird er als Volkskultur und populäres Spektakel präsentiert, nicht als Andachtszeremonie – eine Darbietung, die man mit Bedacht verfolgen sollte, angesichts dessen, woraus sie letztlich hervorgegangen ist.
Wie eine Tanoura-Aufführung aufgebaut ist
Die Tänzerin beginnt typischerweise langsam zu drehen, während der Rock locker hängt, dann steigert sie das Tempo, bis sich der Stoff hebt und zu einer weiten, wirbelnden Farbscheibe ausbreitet, die im Verlauf der Darbietung oft mit den Händen in verschiedene Formen gebracht wird. Manche Künstlerinnen arbeiten im weiteren Verlauf zusätzliche Röcke oder leuchtende Elemente ein, während sie mehrere Minuten lang ununterbrochen in Rotation bleiben – begleitet von live gespielten Trommeln und Musik. Es ist eine echte Meisterleistung an Balance und Ausdauer ebenso wie ein visuelles Spektakel, und es wird aus gutem Grund meist als Höhepunkt des Abendprogramms platziert.
Bauchtanz als Raqs Sharqi, eine ägyptische Kunstform
Was auf den meisten Nilkreuzfahrten geboten wird, ist Raqs Sharqi – wörtlich „Tanz des Ostens“ – der inszenierte, theatralische Stil des Bauchtanzes, den Ägypten im Laufe des zwanzigsten Jahrhunderts zu einer anerkannten darstellenden Kunstform entwickelt hat, insbesondere in der goldenen Ära von Kinos und Cabarets in Kairo. Getanzt wird er solo, meist zu einem live oder aufgenommen gespielten ägyptischen Orchesterarrangement, und gilt weithin als eine der Signature-Darbietungskünste des Landes – nicht als generischer „Nahost-Tanz“. Tanzhistoriker beschreiben Ägypten oft als seine historische Heimat und Kairo im Besonderen als eines seiner bedeutendsten Zentren.
Respektvoll beobachten
Beide Aufführungen finden vor zahlendem Publikum statt, und Fotografieren ist in der Regel willkommen – doch gerade beim Tanoura sollte man sich bewusst sein, dass hinter dem Kostüm auch in seiner modernen folkloristischen Form eine echte kulturelle und religiöse Bedeutung steckt. Wer es als Volkskunst-Darbietung betrachtet statt als reine Show – aufmerksam zusieht statt dazwischenzureden, applaudiert statt zu buhen –, kommt damit weit, und genau so gehen die meisten Tänzer und Mitreisenden an Bord damit um. Dieselbe Höflichkeit gilt für die Bauchtanz-Einlage, die eine anspruchsvolle, formal ausgebildete Kunstform ist und keine lockere Unterhaltung.
Live-Musik die ganze Nacht
Beide Darbietungen werden in der Regel von Musikern begleitet, die traditionelle ägyptische Instrumente spielen – oft darunter die Tabla (eine Handtrommel), die Oud (eine birnenförmige Laute) und manchmal eine Nay (Rohrflöte) – entweder live an Deck oder als Aufnahme, die die Tänzer unterstützt, je nach Boot und dessen Größe. Die Musik zieht sich durch das Essen ebenso wie durch die Shows selbst, sodass der Abend bereits vor dem offiziellen Beginn der Unterhaltung eine unverkennbar ägyptische Klangkulisse hat, die leise unter dem Buffet, den Gesprächen und der vorbeiziehenden Skyline dahinfließt.
Nicht sicher, welcher Abfahrtstermin passt oder was die Show genau beinhaltet?
Hinterlassen Sie uns Ihre E-Mail-Adresse und eine ungefähre Reisezeit – wir schicken Ihnen eine kurze Übersicht, wie sich die Nil-Dinner-Kreuzfahrten in Kairo unterscheiden, Sonnenuntergangs- versus spätere Abfahrten, wie das Buffet und die Bauchtanz-/Tanoura-Show sind und ob sich der Hoteltransfer lohnt.